Projekttool für die demografiefeste Aufstellung von ehrenamtlichen Vereinsstrukturen an Landkreis Altenburger Land übergeben

Engagement mt Zukunft - Abschlusskonferenz - Präsentation Projekttool

„Handlungsmodelle für die demografiefeste Aufstellung von ehrenamtlichen Vereinsstrukturen" war vom Sommer 2018 bis Ende 2020 der Arbeitstitel des Projektes "Engagement mit Zukunft“, welches im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gefördert wurde. Ausgangspunkt der Projektüberlegungen war, wie sich das regionale Ehrenamt im Landkreis Altenburger Land, insbesondere in der Rechtsform gemeinnütziger Vereine, gegen den demografischen Wandel und die damit für die Vereinsarbeit einhergehenden Probleme wie z.B. Mitgliederschwund, mangelnder Nachwuchs für verantwortliche Positionen und dergleichen mehr rüsten kann. Ziel der Projektarbeit war die Entwicklung eines praktischen Tools, das Vereinen schnell und einfach Hilfestellung bietet.

Anlässlich der „Digitalen Abschlusskonferenz“ am 12. November 2020 wurde der Prototyp des Projekttools präsentiert. In diesem spannenden 90-minütigen Exkurs wurde dem Teilnehmerkreis aus zahlreichen regionalen Vereinen, der öffentlichen Verwaltung, dem Fördermittelgeber, Projektbeteiligten und interessierten Gästen die Arbeitsweise des Tools vorgestellt. Eine Zusammenfassung der Präsentationsergebnisse der Abschlusskonferenz liefert das folgende Interview mit der Projektleitung:

Redaktion: Wie ist man auf die Idee für das Projekt gekommen?

Andrea Wagner (Projektinitiatorin): „Aus der Personalentwicklung in Wirtschaftsunternehmen sind uns hilfreiche Tools bekannt, anhand derer man spezifische Strukturprobleme analysieren und daraus Handlungsempfehlungen für das Unternehmen ableiten kann. Derartiges ist uns für Non-Profit-Organisationen bisher nicht begegnet und wäre sicherlich eine Bereicherung für die über 600 Vereine im Altenburger Land“.

Redaktion: Wie ist man dabei an das Projekt herangegangen?

Andrea Wagner: „In einem ersten Schritt erfolgte eine fundierte und übertragbare Altersstrukturanalyse für den Landkreis Altenburger Land. Zudem wurden insgesamt 60 Vereine hinsichtlich ihrer demografischen Herausforderungen befragt. Auf dieser Grundlage wurden anschließend Handlungsmodelle und Anpassungsstrategien für Vereine entwickelt, insbesondere zu Schwerpunktthemen wie Digitalisierung, Mitgliedergewinnung, Mitgliederbindung, Vorstandsfindung, Vorstandsentlastung, interne und externe Kommunikation sowie Finanzierung und Rechtshilfen.“

Redaktion: Was genau leistet das Vereinstool?

Dr. Frank Spieth (Konzeption Projekttool): „Wir wollten keine theoretische Abhandlung als Arbeitsergebnis liefern, sondern klare Handlungsimpulse Vereinsverantwortlichen gegenüber visualisieren und einfach an die Hand geben. Ziel war daher von Anfang an, ein praktisches Tool zu entwickeln, in das man klare Problemstellungen eintragen kann und anschließend praktische Tipps zu deren Bewältigung bekommt. So ermittelt das Tool einerseits einen Vergleich zu anderen Vereinen aus dem Altenburger Land anhand von Grafiken und Diagrammen, basierend auf regionalen Durchschnittswerten aus der vorweggegangenen Vereinsbefragung. Zum anderen liefert das Tool insbesondere auf den Verein direkt zugeschnittene Handlungsschwerpunkte mit Handlungsempfehlungen sowie Links zu weiterführenden Informationen bzw. Hilfestellungen.“

Redaktion: „Was erhoffen Sie sich künftig von der Anwendung des Tools?“

Dr. Frank Spieth: „Es soll für Vereine ein wichtiges und nützliches Instrument zur Optimierung Ihrer Strukturen sein und aktiv zum Handeln anleiten, da es ja direkt Lösungsansätze für die benannten Probleme liefert. So können Vereine selbstbewusst dem demografischen Wandel entgegentreten und sich zukunftssicher ausrichten. Und was noch viel wichtiger ist, ihre wertvollen Angebote für die Gesellschaft weiter aufrechterhalten.“

Redaktion: „Ab wann und wo steht das Tool für Vereine zur Verfügung?“

Dr. Frank Spieth: Kürzlich konnte der Prototyp des Projekttools an den Landkreis Altenburger Land, in Vertretung des Ehrenamtsbeauftragten Jörg Seifert, übergeben werden. Wir freuen uns, dass der Landkreis das Tool übernimmt und wir mit diesem Tool ein Alleinstellungsmerkmal im Non-Profit-Bereich geschaffen haben. Das Projekt ´Engagement mit Zukunft´ wird die inhaltliche Weiterentwicklung des Tools auch über den Projektabschluss hinaus in 2021 ehrenamtlich begleiten. Das Tool wird bis Ende Januar 2021 hier über die Projektwebseite www.engagement-mit-zukunft.de zur kostenfreien Nutzung zur Verfügung gestellt.“

 

Stimmen aus dem Teilnehmerkreis der Best-Practice-Vereine zur gemeinsamen Projektarbeit
 

Janek Voos, Vorstandsmitglied des Jugendcafé Altenburg e.V.
„Für uns war das Team von EmZ immer eine verlässliche Adresse mit viel Energie zur Veränderung – und immer genau in dem fordernden Tempo, was wir im Rahmen unserer speziellen Strukturen gebraucht haben. Wir sind sehr froh, die letzten Jahre von dieser Begleitung und Beratung profitiert zu haben. Dadurch sind wir immer sicher aufgetreten und konnten an unseren ganz persönlichen Handlungsschwerpunkten arbeiten.“

Dr. Axel Erler, Altenburger Bauernhöfe e.V.
„Das uns von EmZ zur Verfügung gestellte Coaching war geprägt von Authentizität, Empathie und Neugier auf Neues. Durch den Blick von unabhängigen Dritten von außen auf unsere Herausforderungen haben wir gemeinsam eine Struktur erarbeiten können, die uns etappenweise und systematisch an unsere gesteckten Ziele heranführt. Wie gut diese Herangehensweise funktioniert, zeigt sich ja an den bereits umgesetzten Schritten. Mit diesen Erfolgserlebnissen gehen wir motiviert weiter unseren Veränderungsprozess an.“

 

Weitere Informationen

Pressemitteilungen
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Best Practice - Erste Projekterfolge
Wie die Handlungsempfehlungen und Arbeitshilfen des Projektes "Engagement mit Zukunft" erfolgreich in der Vereinsarbeit umgesetzt werden können, zeigt sich bereits an den folgenden Beispielen des Verein Altenburger Bauernhöfe e.V., dem Kreisverein der Landfrauen Altenburger Land e.V., dem Landesverband Deutsche Schreberjugend Thüringen e.V. sowie der Kooperation mit dem Kreissportbund, die wir hier näher vorstellen.

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