Über das Projekt: Engagement mit Zukunft

Ausgangssituation

Der demografische Wandel unserer Gesellschaft wird auch die Rahmenbedingungen des ehrenamtlichen Engagements verändern. Bereits heute gehört die Bevölkerung des Landkreises Altenburger Land zur „ältesten“ in der Bundesrepublik. Bis zum Jahr 2030 wird das Durchschnittsalter der Menschen im Landkreis auf über 55 Jahre angestiegen sein. Diese Entwicklung stellt die Vereine vor wachsende Herausforderungen durch potentiell sinkende Mitgliederzahlen, „überalterte“ Vorstände, kaum junge Menschen, die sich im Verein engagieren. Diese von ehrenamtlichen Akteuren kommunizierten Symptome lassen sich im Moment jedoch nur hypothetisch einschätzen. Zur Gewinnung von gesicherten qualitativen und quantitativen Aussagen planen wir die Durchführung einer fundierten und übertragbaren Altersstrukturanalyse. Aus den im Unternehmensbereich vorhandenen Instrumenten der Personalentwicklung sollen geeignete Module für die Vereine ausgewählt werden.

Ziele

Wir möchten auf der Grundlage dieser Analyse Handlungsmodelle und Anpassungsstrategien
für eine demografiefeste Aufstellung von ehrenamtlichen Vereinsstrukturen entwickeln und erproben sowie diese für die Vereine im Altenburger Land und darüber hinaus verfügbar machen.

Ein besonderes Augenmerk soll auf Vereinsgruppen gelegt werden, welche über eine tradierte und etablierte Kinder- und Jugendarbeit verfügen. Hierbei soll untersucht werden, wie es ihnen gelingt oder eben nicht gelingt, diese jungen Vereinsmitglieder auch noch im Erwachsenenalter an sich zu binden. Hierbei kommen zum Beispiel Sport-, Feuerwehr- und Karnevalsvereine in Betracht. Sollten Good-Practice-Konzepte zu identifizieren sein, sind diese auf ihre Übertragbarkeit hin zu prüfen.

Herangehensweise zur Vereinsbefragung

Wir planen, von den beim Ehrenamtsbüro des Landratsamtes registrierten 600 Vereinen mindestens 60 zu erreichen. Damit wäre ein repräsentatives Profil der Altersstruktur abbildbar. Wir streben an, von den befragten 60 Vereinen, wiederum 20 bis 30 Organisationen zu konkreten gemeinsamen Handlungsschritten zu führen. Diese werden mit den ausgewählten Vereinen erprobt und nachfolgend an alle Vereine im Altenburger Land transferiert. Der Umfang der Maßnahmen wird vom Ergebnis der Analyse bestimmt und reicht von der Verschmelzung, dem Aufstellen von jugendgemäßen Inhalten bis hin zur Überführung der Vereinsarbeit in zukunftsfähigere Organisationsformen. Das Projekt sichert langfristig die Arbeit der ehrenamtlichen Vereine im Altenburger Land und macht diese fit für die Herausforderungen des demografischen Wandels. Die Basis der Gemeinwesenarbeit im ländlichen Bereich wird so erhalten und ausgebaut. Die soziale und kulturelle Gemeinschaft in dörflichen Strukturen wird gestärkt.

Vorgehensweise

2018: Altersstrukturanalyse

  • Auswahl und Anpassung des geeigneten Instrumentes
  • Gewinnung einer aussagefähigen Gruppe von zu untersuchenden Vereinen
  • Durchführung der Untersuchung und Auswertung

2019: Erstellung der Arbeitshilfen und Handlungsempfehlungen

  • Abgrenzung von Handlungsfeldern
  • Entwicklung von Maßnahmen in den Handlungsfeldern
  • Erprobung der Maßnahmen in Handlungsmodellen in Zusammenarbeit mit ausgesuchten Vereinen
  • Auswertung der Erprobung

2020: Transfer der Ergebnisse in die Vereine im Altenburger Land

  • Veröffentlichung der Ergebnisse, Erstellung einer Toolbox aus den Handlungsmodellen
  • Implementierung der Unterstützungsangebote in die Region
  • Umsetzung der Angebote, begleitendes Coaching, Intervisionsgruppen

 

Förderpartner

Das Projekt „Engagement mit Zukunft“ wird im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Ent-wicklung (BULE) aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Dafür unseren herzlichen Dank.

Ideen und Impulse des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE)

Das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung ist ein zentrales Instrument, um Neues auszuprobieren, Ideen und innovative Verfahren zu erproben und übertragbares Wissen zu schaffen. Dazu fördert es Modell- und Demonstrationsvorhaben und unterstützt Modellregionen; Wettbewerbe zeichnen gute Ideen aus, bringen Menschen zusammen. Forschungsförderung und Wissenstransfer zeigen Perspektiven auf und regen an zum Dialog.

Weitere Informationen zum Bundesprogramm Ländliche Entwicklung (BULE) finden Sie auf der Webseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).