Digitalisierung

Kaum etwas hat die Welt in den letzten Jahrzehnten so revolutioniert wie der Wandel der digitalen Welt. Viele Werkzeuge, die Internet, Computer und Smartphones mitbringen, können alte Routinen ablösen und neue, schnellere Arbeitsweisen ermöglichen. Dabei überfordert die Frage, was wirklich nötig und was nur eine moderne Spielerei ohne Zukunft ist, wohl viele Menschen. Ein aufgeschlossener und gezielter Umgang mit Technik kann nicht nur den Vereinsalltag erleichtern, sondern ist unumgänglich, um den Bedürfnissen und Ansprüchen der jungen Generationen gerecht zu werden. Ob nun der vereinsinterne Chat, geteilte Onlinekalender, geteilter Speicher für Bilder und Dokumente, digitale Hilfen im Umgang mit Finanzen oder Plattformen zur Präsentation des Vereins im Land und der Kommune – die Möglichkeiten sind zahlreich und das Potential der Digitalisierung sollte nicht verschenkt werden, möchte man als Verein anschlussfähig bleiben. Hier stellen wir verschiedene digitale Lösungsansätze vor, die bei den Themen Kommunikation, Verwaltung, Marketing und Finanzen im Verein sehr hilfreich sein können. Bitte beachten Sie dazu den folgenden Datenschutzhinweis.

Datenschutzhinweis

Die Verwendung der im folgenden vorgestellten Tools und Anwendungen unterliegt den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO). Informationen zu den Anforderungen und Informationspflichten der DS-GVO in Bezug auf die Nutzung derartiger Anwendungen bietet Vereinsverantwortlichen die Webseite des Thüringer Landesbauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit unter: www.tlfdi.de

Die Behörde bietet auf der folgenden Seite wichtige Hilfestellungen zu Fragen rund um die DS-GVO sowie hilfreiche Muster: https://www.tlfdi.de/tlfdi/europa/europaeischedsgvo/index.aspx

Haftungsausschluss

Das Projekt von Engagement mit Zukunft übernimmt keine Rechtsberatung zur DS-GVO. Für die ordnungsgemäße Umsetzung der Anforderungen der DS-GVO im Falle einer Nutzung der im folgenden dargestellten Tools und Anwendungen sind die Vereinsvertreter verantwortlich. Bitte informieren Sie sich daher, ggf. unter Einbeziehung der zuständigen Landesdatenschutzbehörde oder sonstiger geeigneter Rechtsbeistände, vorab über die nötigen Anforderungen und deren Umsetzung im Sinne der DS-GVO.

Überblick digitale Transformation im Verein

Neben dem Aspekt der Werbung können digitale Maßnahmen auch bestehende Aufgaben wesentlich erleichtern. Ganz gleich, ob der gemeinsam geteilte Onlinekalender, ein Messenger zur vereinfachten Kommunikation, Onlineumfragen, geteilter Speicherplatz in der Cloud, oder für Opti-mierungen bürokratischer Prozesse; neue Medien beinhalten Optimierungspotential und Einsparung von Zeit und Arbeitskraft. Mit Videotelefonie kann so zum Beispiel auch räumliche Distanz auf dem Land überwunden und somit wertvolle Zeit und Unannehmlichkeiten eingespart werden (vgl. Lobeck, «‹Digitale Zukunft auf dem Land›: Wie ländliche Regionen durch die Digitalisierung profitieren können», 1.).

>> Download der Grafik >> (pdf, 240 KB)

Digitale Transformation eines Vereins

Soziale Medien (Social Media)

Die Medienlandschaft im Bereich Social Media unterliegt einem ständigen Wandel, insbesondere bei der jungen Generation. Die Frage, welches Medium für den eigenen Verein sinnvoll ist, hängt von der gewünschten Zielgruppe und den Interessen der Mitglieder ab. Entscheidend ist der Kontakt und die Kommunikation mit der Zielgruppe und das Zuhören und Eingehen auf ihre Interessen. Sot ist es auch denkbar, den Verantwortungsbereich der Social-Media-Präsenz(en) an junge Vereinsmitglieder abzugeben. Egal auf welche Art und Weise, die Existenz von Social-Media-Präsenzen allein macht noch lange kein erfolgreiches Onlineauftreten. Aktualität und Aktivität sind die Schlüsselpunkte für erfolgreiche Onlinepräsenz und unumgänglich, wenn man das Bild eines lebendigen Vereins erzeugen möchte. Werden aktuelle Veranstaltungen veröffentlicht? Kann man sichüber aktuelle Projekte, Events und Möglichkeiten informieren? Antworten Verantwortliche schnell auf Fragen?

Weitere Informationsquellen:

Facebook

Als die Institution des Social Media genießt Facebook eine riesige Anhängerschaft. 31% der ge-samtdeutschen Bevölkerung nutzt Facebook täglich (vgl. Koch und Frees, «ARD/ZDF-Onlinestudie 2018: Zuwachs bei medialer Internetnutzung und Kommunikation: Ergebnisseaus der Studienreihe ‹Medien und ihr Publikum› [MiP]», 409). Mitglieder können über Veranstaltungskalender informiert bleiben, selbst Veranstaltungen erstellen, mit Freunden Kontakt halten, Promis und ihren Beiträgen folgen sowie Nachrichten, Meinungen und Inhalte aus aller Welt konsumieren und vervielfältigen. Über Bezahlsysteme kann Werbung geschalten und eigenen Beiträgen eine größere Reichweite verschafft werden. Das Grundangebot ist kostenlos, im Gegenzug stellt man jedoch seine Daten zur Verfügung. Es ist möglich ein Instagram-, Twitter- und Facebook-Konto miteinander zu verknüpfen, um Beiträge direkt von Instagram oder Twitter auf Facebook zu teilen. Facebook genießt eine breite Abdeckung vieler Altersschichten, verliert jedoch gerade bei den unter 18-Jährigen stark an Bedeutung -häufiger genutzt und als wichtiger angesehen werden hingegen Whatsapp, Instagram, und Snapchat (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, «Jim-Studie 2018: Jugend Information und Medien», 35–42).

Instagram

Ebenfalls zu „Facebook Inc.“ gehörig ist die Plattform „Instagram“. Mitglieder können hier hauptsächlich Fotos, Videos und Kurzinformationen teilen und die Beiträge von so genannten Followern (andere Mitglieder, über deren Beiträge man informiert wird) kommentieren. Es ist möglich, das Instagram- und Facebook-Konto miteinander zu verknüpfen, um Beiträge direkt von Instagram auf Facebook zu teilen und sich doppelte Postings zu ersparen. 15% der Deutschen nutzen Instagram mindestens einmal wöchentlich (vgl. Koch und Frees, «ARD/ZDF-Onlinestudie 2018: Zuwachs bei medialer Internetnutzung und Kommunikation: Ergebnisse aus der Studienreihe ‹Medien und ihr Publikum› [MiP]», 409.). Für Jugendliche ist es in Instagram besonders wichtig, an Fotos und Videos des dokumentierten Alltags ihrer Freunde teilzuhaben, 82% der Befragten 12-19 Jährigen der „JIM-Studie 2018“ gaben dies als Hauptgrund an (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, «Jim-Studie 2018: Jugend Information und Medien», 40.) Das ist vor allem unter dem Aspekt interessant, dass Jugendliche hier auf den für sie relevanten Kanälen Werbung (auch für Veranstaltung, etc) unter sich und eben auch für Vereinszwecke machen können.

Twitter

Twitter ist im Vergleich zu Facebook und Instagram in Deutschland eher eine Nischenplattform (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 38.). Genutzt wird sie von gerade einmal 4 % der Deutschen (vgl. Koch und Frees, «ARD/ZDF-Onlinestudie 2018: Zuwachs bei medialer Internetnutzung und Kommunikation: Ergebnisse aus der Studienreihe ‹Medien und ihr Publikum› (MiP)», 409.). In einer Länge von maximal 280 Zeichen können Kurznachrichten verfasst werden, welche den „Followern“ der Benutzer*innen angezeigt und von ihnen kommentiert werden können. Inhalte sind Nachrichten, Meinungen und Inhalte aus der Welt. Die Nutzerzahlen von Twitter sind relativ stabil. Ein wirkliches Wachstum der Plattform zeichnet sich nicht ab (vgl. Koch und Frees, 410.)

Snapchat

Auf Snapchat können Inhalte (vor allem Videos, aber auch andere Medien) auf eigenen „Channels“ verbreitet werden. Diese löschen sich aber nach kurzer Zeit wieder selbst und es gibt keine Kommentarfunktion. Für Veranstaltungshinweise und als Informationsquelle ist es also eher ungeeignet. Es dient viel mehr dem Sehen und Gesehen werden, oder - wie bei Instagram - dem Teilhaben am Leben der Freunde. 9% der Deutschen nutzen es wöchentlich (vgl. Koch und Frees, 409). Besonders bei der sehr jungen Generation genießt Snapchat eine große Beliebtheit und einen großen Zuwachs (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, «Jim-Studie 2018: Jugend Information und Medien», 73.)

 

Chat-Dienste

Für jeden Verein bietet es sich an, die eigene Kommunikation zu optimieren und zu digitalisieren. Besonders im ländlichen Raum können so Distanzen überwunden und Strukturen geschaffen werden, die es auch mal erlauben, sich kurzfristig zu organisieren und/oder für den Verein bequem von zu Hause zu arbeiten. „Also einfach eine WhatsApp-Gruppe errichten und dann los?“ –„Leider Nein!“ Es ist unbedingt von WhatsApp abzusehen. Denn einerseits führt eine derartige Nutzung zum Verstoß gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters. Hierfür gibt es spezielle Unternehmerangebote. Desweiteren ist die Nutzung nicht DS-GVO-konform, da die Kontaktdaten auf dem Handy an Facebook (Inhaber von WhatsApp) übermittelt werden, was von jedem Kontakt ein Einverständnis voraussetzt, und das sich in der Praxis kaum realisieren lässt.

Insofern sind folgende alternativen Anbieter interessant, die laut Anbieterangaben DS-GVO-konform arbeiten:

  • Threema: mit speziellen Angeboten für Vereine und Unternehmen (kostenpflichtig)
  • Signal: kostenloses OpenSource-Projekt

 

Cloud-Lösungen

Cloudservices sind digitale Speicher für Daten aller Art. Statt auf dem eigenen Computer speichert man sie im Netz und macht sie für alle oder ausgewählte Mitglieder zugänglich. Egal ob die neuesten Entwürfe von Flyern und Werbematerial, Bilder und Videos vom Vereinstreffen oder sonstige Dokumente. Diese Daten online zur Verfügung zu stellen, kann Arbeitsroutinen erleichtern und neue Möglichkeiten eröffnen. Moderne Cloudservices sind dabei nicht nur in der Lage, derartige Daten zu teilen, sondern erlauben auch die Freigabe von Online-Kalendern für Mitglieder und Vorstände, das direkte Abspielen und Anzeigen von Videos und Bildern im Internet, das Teilen von Adressbüchern, Onlinebearbeitung von MS-Office-Dokumenten, Anlegen von To-Do-Listen, Verwaltung von Kochrezepten, Onlinekarten, internen Newsfeeds, E-Mails und weiteren hilfreichen Funktionen. Termine und Mitglieder koordinieren kann somit leichter denn je werden. Für fast alle Anbieter finden sich online Anleitungen, mit welchen Einstellungen die Anforderungen der DS-GVO eingehalten werden können. Bitte informieren Sie sich daher vor einer Nutzung unbedingt über die erforderlichen Einstellungen und Anwendungshinweise. Zu den bekanntesten Vertretern zählen:

ownCloud

Eine freie Software: frei bedeutet hier nicht umsonst, sondern dass der Quellcode – die Funktionsweise – offen und für alle einsehbar ist. Die Funktionsweise der Software ist gut kommentiert und für Fachkundige offen einsehbar. Somit wird von der Software selbst garantiert nichts an Dritte weitergereicht. Auf dem eigenen Server mit aktuellen Sicherheitsupdates bleiben Sie damit in der Kontrolle Ihrer Daten. Haben Sie nicht die Kapazitäten, das Know-How und die Ressourcen, selbst einen Server zu hosten, finden sich zahlreiche Anbieter*innen, die dies für Sie tun. Diesen müssen Sie natürlich trotzdem vertrauen. Der Vorteil zu Dropbox und Google liegt dabei darin, dass kein großer Konzern dahinter steht und die Möglichkeit, sich an inländische Provider zu richten, die sich an EU- und deutsches Recht halten müssen. Viele Dienste von ownCloud sind – zusätzlich zu den Hostinggebühren – trotzdem bezahlpflichtig.

nextcloud

Ebenfalls freie Software und der „Nachfolger“ von ownCloud. Die Software ist kostenlos verfügbar. Es fallen nur die Hostinggebühren des Providers an. Fast alle Funktionen decken sich mit denen von ownCloud.

Google Drive

Google Drive ist keine freie Software. Hierbei handelt es sich um den Clouddienst von Google LLC mit Hauptsitz in Kalifornien (USA). Google Drives kostenlose Dienste sind nicht DS-GVO-konform! Google Drive eignet sich demzufolge in der kostenlosen Version nicht für die Erhebung, Verarbeitung und Speicherung personenbezogener Daten, auch wenn das Angebot eines vergleichsweise großen kostenlosen Onlinespeichers verlockend wirkt. Hinzu kommen eventuelle Verstöße gegen die AGB‘s von Google bei der Nutzung für nicht private Zwecke. Es gibt jedoch auch ggf. kostenpflichtige Angebote für Vereine und Unternehmen, die auch nach den Bestimmungen der DS-GVO genutzt werden können.

Dropbox

Dropbox ist ein Cloudanbieter des Unternehmens Dropbox Inc. aus den USA. Dropbox ist ebenfalls keine freie Software, garantiert, je nach Angebot, auch eine DS-GVO-konforme Nutzung, hat im Vergleich zur Google-Alternative jedoch nur einen kleinen kostenfreien Speicher.

 

Interne Kommunikation im Verein

E-Mail-Verteiler

E-Mail-Verteiler bleiben der einfachste Weg Nachrichten zu übermitteln. Gängige E-Mail-Programme (etwa Thunderbird oder MS Outlook) ebenso wie Provider (z.B. web.de, gmx.de, gmail.com) bieten Funktionen zur Verteilereinstellung an. Unterschiedliche Verteiler für Arbeitsgruppen, Vorstände, Mitglieder und Interessengemeinschaften ermöglichen differenzierte Mitteilungskanäle und eine gute interne Kommunikation. Nutzen Sie dafür allerdings stets den BCC-Verteiler (Blind Copy = geschlossenen Verteiler)! Die Mailadressen der Empfänger*innen zählen zu personenbezogenen Daten und dürfen nicht offen im Verteiler für alle Empfänger*innen lesbar sein, ansonsten kann dies zu datenschutzrechtlichen Konsequenzen, wie bspw. kostenintensive Abmahnungen führen. E-Mails sind grundsätzlich nicht verschlüsselt und sollten somit keine vertraulichen Daten enthalten, da sie von Dritten abgefangen werden könnten. Im Internet finden sich allerdings einige Anleitungen, wie Sie solche vertraulichen Daten trotzdem verschlüsseln können. Hierbei gilt zweierlei: Die Verbindung zwischen Ihrem Rechner, dem Server und den E-Mail Empfänger*innen sollte verschlüsselt sein (SSL/TLS- Verschlüsselung). Gängige Mailanbieter (z.B. web.de, gmx.de oder gmail.com) bieten dies an. Mitunter muss dies in den Einstellungen aber aktiviert werden. Lässt Ihr Mailprovider das Verschlüsseln von E-Mails zu, kann diese auch über gängige Mailprogramme (beispielsweise Thunderbird und MS Outlook) aktiviert werden. Zweitens sollten auch die E-Mails, die auf ihrem Computer gespeichert sind, nicht unverschlüsselt bleiben. Ein Passwort zur Anmeldung an Ihrem PC reicht nicht aus, damit die darauf enthaltenen Daten verschlüsselt sind. Anleitungen, wie die Verschlüsselung unter modernen Mailprogrammen (beispielsweise Thunderbird oder MS Outlook) möglich ist, finden sich im Internet zahlreiche.

Videotelefonie und Onlinekonferenzen

WhatsApp-Videotelefonie, Skype, Zoom oder Jitsi Meet – auch der Jungle an Software für Videokonferenzen wirkt sehr erschlagend, sucht man nach einem passenden Werkzeug für Videotelefonie im Netz.

Jitsi Meet
Die wohl einfachste Lösung für Internetvideotelefonie: Die projekteigene Website besuchen, „start a call“ drücken und schon befindet man sich in einem kostenlosen Chat-Room, der zusätzlich mit einem Passwort versehen werden kann und dessen Zugangsdaten Sie einfach versenden können. Es ist keine Registrierung nötig! Sie können Ihren Bildschirm teilen und mit vielen Leuten telefonieren (genaue Anzahl ist abhängig vom Server). Zusätzlich zur Browseranwendung, die am besten unter Google-Chrome und Chromium funktioniert und in anderen Browsern gerne Probleme bereitet, existieren auch Apps für Android, iOS und Desktopanwendungen für Linux, Microsoft Windows und MAC OSX. Als OpenSource-Projekt lässt sich „jitsi“ auch auf einem eigenen Server installieren oder auf einem gemieteten Server nutzen. So ist es möglich, DSGVO-konforme Videochats zu gestalten. Dennoch gilt auch für kostenlose Chats, dass sie wesentlich datensparender arbeiten als die kostenlosen Angebote vergleichbarer kommerzieller Alternativen wie Zoom oder Skype. Auch für jitsi Meet gilt: Es kann kaum davon ausgegangen werden, dass die Nutzung von Videokonferenz-Software auf kostenlosen Servern ohne Weiteres DSGVO-konform gestaltet werden kann. Nutzen Sie diese Dienste also nur für den privaten Gebrauch! Eine Ausnahme hierbei bilden einige Anbieter*innen von Jitsi-Servern, die diese kostenfrei zur Verfügung stellen und Ihnen sogar eine Auftragsdatenverarbeitungsvereinbarung unterschreiben, z.B. als Sonderangebot während der Corona-Pandemie von: https://www.fairkom.eu/fairmeeting. So können Sie hier für bis zu 10 Personen zahlen, was Sie für Ihre finanzielle Situation als angemessen erachten.

Zoom
Zoom Video Communications ist ein Unternehmen mit Sitz in den USA. Zoom ist bekannt für seinen mangelnden Datenschutz und einige zahlreiche, teils erhebliche Sicherheitslücken in den vergangenen Jahren. Auch müssen Sie sich registrieren. Zoom funktioniert jedoch zuverlässiger als jitsi Meet, was wohl auch zur großen Verbreitung der Software beigetragen hat, ist jedoch ein wenig komplizierter in der Einrichtung. Es existieren Enterprise-Lösungen, die sich laut Anbieter auch nach den Anforderungen der DSGVO richten sollen, was jedoch aufgrund der aktuellen Berichterstattungen über die Anwendung zu hinterfragen und zu klären bzw. dokumentieren ist.

Skype
Der Dienst der Firma Microsoft (USA) ermöglicht ebenfalls Internettelefonie, Chats und das Teilen der Bildschirme. Bis zu 25 Nutzer*innen können gleichzeitig telefonieren. Auch sind, jedoch mit Zusatzkosten, Anrufe in das Festnetz möglich. Skype funktioniert wie Zoom nicht ohne Registrierung. Die kostenlose Version ist nicht für den Einsatz für Firmen und Vereine geeignet, denn sie ist ebenfalls nicht DSGVO-konform. Es gibt auch hier kostenpflichtige Enterprise-Lösungen, die eine Nutzung nach den Richtlinien der DSGVO laut Anbieter möglich machen soll.

 

Vereinsverwaltungssoftware

Die hier angeführten Vereinsverwaltungswerkzeuge sind prinzipiell nach den Maßgaben der DS-GVO nutzbar. Informieren Sie sich, welche entsprechenden Konfigurationen Sie vornehmen müssen, damit Sie den rechtlichen Anforderungen gerecht werden, bevor Sie entsprechende personalisierte Daten in die Software einfügen. Von den jeweiligen Anbietern existieren dazu Anleitungen zur Funktionsweise der Software. Das entbindet Sie jedoch nicht von der Pflicht, nur die nötigen personenbezogenen Informationen Ihrer Mitglieder verarbeiten zu dürfen und das nur dann, wenn Sie diese aus Vereinszwecken verarbeiten. Geben Sie beispielsweise Zugriffsrechte auf personenbezogene Daten an „einfache“ Mitglieder, sind Sie dafür haftbar! Zusätzlich müssen Ihre Mitglieder über die Verarbeitung der Daten informiert bzw. im Rahmen der Verarbeitung belehrt sein. Dies ist entsprechend zu dokumentieren.

easyVerein

EasyVerein ist eine umfassende Verwaltungssoftware für Vereine. Je nach Abonnement kostet easyVerein derzeit zwischen 7,14 Euro und 19,38 Euro pro Monat (Stand: April 2020). Die Software bietet folgende Funktionen:

  • Mitgliederverwaltung
  • Adressverwaltung
  • Anlegen und Darstellen von Sitzungsprotokollen
  • Dateifreigaben für Mitglieder
  • Vereinskalender für wichtige Termine
  • Buchhaltung
  • Raum- und Inventarverwaltung
  • Aufgabenverwaltung

EasyVerein kann eine enorme Erleichterung des Alltags von Vereinen sein. Viele Schritte, die sonst per Hand ausgeführt werden (Mahnungen bei Zahlungsvollzug, automatisch gesendete E-Mails an Mitgliedergruppen, Sammellastschriften, Termine an alle Mitglieder senden, etc.), können automatisiert und einfach durchgeführt werden. Zudem gibt easyVerein an, DS-GVO-konform genutzt werden zu können und bietet auch das Unterschreiben eines notwendigen Auftragsverarbeitungsvertrages an.

Vereinsplaner

Ähnlich wie easyVerein handelt es sich hierbei um eine umfangreiche Vereinsverwaltungssoftware. Für 15 aktive Mitglieder ist sie (mit eingeschränkter Funktionalität) kostenlos und wird bei steigender Mitgliederzahl und Funktionalität teurer (50 Mitlgieder: 99 Euro/Jahr, 100 Mitglieder: 149 Euro/Jahr, Stand April 2020). Neben Newsfeeds, Umfragefunktionen und integriertem Onlinespeicher, bietet diese Software allerhand hilfreiche Werkzeuge zum Verwalten eines Vereins. Zusätzlich zur Desktop-Version gibt es auch eine mobile App für das eigene Smartphone. „Vereinsplaner“ bietet des Weiteren eine ausführliche Anleitung, was sie beachten müssen, wenn sie die Software nach den Richtlinien der DS-GVO nutzen wollen.

ClubDesk

ClubDesk ermöglicht das Erstellen von Vereinswebseiten, Mitgliedererfassung, Rechnungzahlung, Erstellen von Vereinskalendern, etc. Es ist komplett online abrufbar und ermöglicht DS-GVO-konforme Nutzung und die Ausstellung eines Auftragsverarbeitungsvertrages. Die Nutzung der Software ist bis zu einer Mitgliederanzahl von 200 kostenlos, aber stark in der Funktionalität eingeschränkt. Die Pro-Version gibt es für 135 Euro/Jahr (Stand April 2020) für bis zu 200 Mitglieder, lässt sich aber auch 30 Tage kostenlos testen.

 

Digitale Helfer für ein erfolgreiches Spendenmanagement

Für ein erfolgreiches Spendenmanagement finden sich einige hilfreiche Tools im Internet. Sie ermöglichen Ihnen z.B. länderübergreifend und einfach übers Internet Geld zu versenden und zu empfangen oder Spendenaktionen einfach zu verwalten.

Paypal

Paypal ist wohl der länderübergreifend am weitesten verbreitete Dienst zum einfachen Online-Versenden von Geld. Sie können hier ihr Konto mit einer hinterlegten E-Mail-Adresse verknüpfen und an andere in Paypal hinterlegte E-Mail-Adressen versenden. Ihre Kontoinformationen müssen Sie natürlich verifizieren bevor Sie loslegen können. Paypalspenden-Buttons können einfach in Ihrer Website integriert werden. Gebühren fallen pro Spende und nicht für die Einrichtung eines Paypal-Accounts an. Paypal bietet zudem umfangreichen Schutz für Kauf-, Verkauf-, und Spendentransaktionen.

Paydirekt

Paydirekt ist ein Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen. Als Zusatzfunktion des Girokontos ist der größte Vorteil, dass es nicht von Drittanbieter*innen betrieben wird. Paydirekt unterliegt dem deutschen Datenschutz. Es ist jedoch im Gegensatz zu Paypal noch nicht so weit verbreitet.

Sofortüberweisung

Das Online-Zahlungssystem der Sofort GmbH, welches zur Klarna-Gruppe gehört, lässt Empfänger*innen von Zahlungen eine sofortige Zahlungsbestätigung zukommen. Fraglich ist hierbei, dass zu diesem Zweck Online-Pin und Kontoinformationen an die Betreiber*innen übermittelt werden. Es bietet aber einen sehr einfachen Weg der Onlinetransaktion, welcher auch ohne Registrierung möglich ist.

Crowdfunding

Bei Crowdfundings können Sie für ein konkretes Projekt eine Projektseite erstellen und zu einer Spendenaktion aufrufen. Verantwortliche Mitglieder können so schnell den Start eines Spendenaufrufs initiieren. Der Vorteil dabei liegt darin, dass andere potentielle Spender*innen schon den Eindruck vermittelt bekommen, das Projekt hätte Potential verwirklicht zu werden. Je besser Sie das Projekt vorstellen, desto größer ist Ihre Chance, dass gespendet wird. Nur bei erfolgreichem Erreichen Ihres zuvor definierten Spendenziels, werden die Spenden tatsächlich an den Verein ausgezahlt. Gängige Praxis sind auch kleine Gegenleistungen für spezifische Spendenbeträge. Wollen Sie beispielsweise Ihren Sportplatz ausbauen, können Sie für Spender*innen Trainingseinheiten oder eine Führung anbieten. Beachten Sie jedoch den Unterschied zwischen Spenden und Sponsoring bei der Abrechnung dieser Leistungen. Es empfiehlt sich eine Crowdfundingplattform auszuwählen, die sich auf gemeinnützige Tätigkeiten spezialisiert hat. Neben spezieller Software wie z.B. fundraisingbox für Ihre eigene Website gibt es auch „einfache“ Online-Plattformen, auf diese Sie dann verlinken können (z.B. betterplace.org). Suchen Sie sich eine für Ihr Ziel passende Plattform aus, das erhöht mitunter die Chance auf eine erfolgreiche Spendenaktion. So gibt es speziell auf Sport und andere Aktivitäten oder regionale Projekte spezialisierte Plattformen. Sehen Sie sich erfolgreiche Spendenaufrufe anderer Organisationen an und profitieren Sie von deren Methoden!

Zu den bekanntesten Crowdfundingdiensten gehören:

Startnext
Förderung von allen möglichen Projekten. Nur bei erfolgreicher Finanzierung stehen laut Startnext Gebühren an. Diese betragen 4 % der Transaktionen für Zahlungsdienstleister*innen und Banken sowie einer freiwilligen Provision für Startnext selbst und werden bei Transaktionsübermittlung abgezogen (Stand: 10.05.2020). Bei Misserfolg geht das Geld an die Unterstützer*innen zurück. Bezahlungen sind derzeit über Vorkasse, Sofortüberweisung, Lastschrift und Kreditkarte möglich. Weitere Infos unter: www.startnext.com

Kickstarter
Die weltweit größte Crowdfundingplattform ist auch für deutsche Projektentwickler*innen zugänglich. Auch hier werden Gebühren nur bei erfolgreicher Finanzierung erhoben. Diese belaufen sich auf 5 % für Kickstarter und zwischen 3 und 5 % für Zahlungsdienstleister*innen (Stand: 10.05.2020). Bezahlungen sind für Deutschland derzeit nur über Kreditkarte möglich. Weitere Infos unter: www.kickstarter.com

indiegogo
Für indiegogo fallen bei erfolgreicher Finanzierung eine Provision von 5 %, Transaktionsgebühren von 3% plus zusätzliche 0,30 Euro Unterstützer*in und 25 Euro Transfergebühr für die Auszahlung aufs Konto an (Stand: 10.05.2020). Unterstützungen können über Kreditkarte und Banküberweisung getätigt werden. Weitere Infos unter: www.indiegogo.com

wemakeit
Bei wemakeit fallen 6 % der Einnahmen an die Betreiber*innen als Kommission und 4 % an Transaktionsgebühren an (Stand: 10.05.2020). Bezahlungen sind möglich per Vorkasse, Sofortüberweisung, Kreditkarte oder Bitcoin. Weitere Infos unter: www.wemakeit.com

betterplace
Als gemeinnütziges Projekt verfolgen die Betreiber*innen von betterplace keine gewinnorientierten Absichten und decken die eigenen Kosten über private Förderer, Unternehmenskooperationen und freiwillige Spenden. Es fallen lediglich 2,5 % an Transaktionsgebühren an (Stand: 10.05.2020). Zahlungen können per PayPal, Lastschrift, Kreditkarte oder Paydirekt getätigt werden. Weitere Infos unter: www.betterplace.org

Informieren Sie sich über weitere Angebote im Internet und wählen Sie jenes aus, welches am besten zu Ihrem Projektziel passt.

Tipp: Bei regionaler Hausbank nach Spende oder Sponsoring anfragen

Viel Engagement sichert finanziellen Spielraum. Neben den vorgenannten Möglichkeiten lohnt es sich auch, bei der regionalen Hausbank, wo die gemeinnützige Organsiation ihr Konto führt, nach Spenden oder Sponsoring anzufragen. Die regionalen Kreditinstitute unterstützen in der Regel auch Projekte zur Förderung der regionalen Wertschöpfung, entweder direkt als Bank oder beispielsweise über ausgegründete Förderstiftungen. Wichtig ist, das Projekt gut zu beschreiben, Ansprechpartner sowie Bankverbindung anzugeben und der Anfrage einen aktuellen und gültigen Gemeinnützigkeitsnachweis (Bescheid vom Finanzamt) beizufügen, damit die Anfrage schnell bearbeitet werden kann.

Die regionalen Kreditinstitute im Altenburger Land, wie z.B. die VR-Bank Altenburger Land eG oder die Sparkasse Altenburger Land, bieten derlei Möglichkeiten - oft auch gleich als Online-Antrag über deren Webseiten. Weitere Informationen dazu unter den folgenden Projektseiten der Banken:

Informieren Sie sich auch über solche Angebote bzw. Kooperationen in Ihrer Region.

 

Literatur und Quellen

Dufft, Nicole, Peter Kreutter, Stephan Peters, und Frieder Olfe. «Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen: Strategie, Kultur und Kompetenzen im digitalen Wandel», 2017. https://www.betterplace-lab.org/wp-content/uploads/Studie-Digitalisierung-in-Non-Profit-Organisationen-.pdf.

Koch, Wolfgang, und Beate Frees. «ARD/ZDF-Onlinestudie 2018: Zuwachs bei medialer Internetnutzung und Kommunikation: Ergebnisse aus der Studienreihe ‹Medien und ihr Publikum› (MiP)» Media Perspektiven, Nr. 9 (2018): 398–413.

Lobeck, Michael. «Digitale Zukunft auf dem Land: Wie ländliche Regionen durch die Digitalisierung profitieren können», 2017. https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/170620_Endfassung_Digitale_Zukunft_korrigiert_2.pdf.

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest. «Jim-Studie 2018: Jugend Information und Medien», 2018.